Unternehmungsverfassung und Spitzenorganisation

Führung und Überwachung von Aktiengesellschaften im Internationalen Vergleich

Paperback Duits 1989 9783409133401
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Samenvatting

Die Debatte um eine zweckmäßige Ausgestaltung der Verfassung der Führung und Über­ wachung von Aktiengesellschaften ist unter dem Druck einer stark gestiegenen Komple­ xität und Dynamik unserer gesellschaftlichen und ökonomischen Entwicklung internatio­ nal in Bewegung geraten. Vielfliltige Kritik wird an den rechtlichen Rahmenbedingun­ gen, aber auch an der Ausformung der Spitzenorgane und ihrer Arbeitsweise geübt. Die 5. EG-Richtlinie, die die Unternehmungsverfassung von Aktiengesellschaften innerhalb der europäischen Gemeinschaft harmonisieren will, steht vor der Tür und ist bislang eher in einem Kreis von Experten diskutiert worden. Zwar ist der Rechtsrahmen des eigenen Landes weitgehend bekannt, dies gilt jedoch schon in sehr abgeschwächter Form für dessen praktische Umsetzung und die Verände­ rung, die dieser im Laufe der Jahre unter dem Einfluß des Umfeldwandels erlebt hat. Für die zunehmende Zahl international operierender Unternehmungen kommt die Auseinan­ dersetzung mit teilweise recht unterschiedlichen rechtlichen aber auch kulturell gepräg­ ten andersartigen Verhaltensweisen von Spitzenorganen anderer Länder hinzu. Diese Überlegungen haben die Verfasser veranIaßt, in zwei breit angelegten Forschungs­ projekten den rechtlichen Bedingungen und vor allem der praktischen Gestaltung von Spitzenorganen anhand von drei unterschiedlichen nationalen Grundmodellen nachzuge­ hen: Dem bundesdeutschen zweistufigen Vorstands-/Aufsichtsratsmodell unter dem Ein­ fluß der Mitbestimmung, dem einstufigen Boardmodell US-amerikanischer Prägung und dem gleichfalls einstufigen Verwaltungsratsmodell schweizerischer Provenienz, beide ohne Mitbestimmung.

Specificaties

ISBN13:9783409133401
Taal:Duits
Bindwijze:paperback
Aantal pagina's:297
Uitgever:Gabler Verlag
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Inhoudsopgave

A. Die Spitzenverfassung der Aktiengesellschaft — Problematischer Teil der Unternehmungsverfassung.- I. Unternehmungs- und Organisationsverfassung von Aktiengesellschaften.- 1. Zum Begriff der Unternehmungsverfassung.- 2. Staats-, Unternehmungs- und Betriebsverfassung.- 3. Organisation, Markt und Finanzen als Regelungsobjekte der Unternehmungsverfassung.- II. Problematische Regelungsbereiche der Spitzenverfassung.- 1. Die Spitzenverfassung als tragender Teil der Organisationsverfassung.- 1.1 Regelungsdichte.- 1.2 Monismus/Pluralismus.- 1.3 Einstufigkeit/Mehrstufigkeit.- 1.4 Kollegial-/Direktorialprinzip.- 2. Bemühungen um eine Revision der Spitzenverfassung.- B. Die Gestaltung der Führungsspitze als Teil der Spitzenverfassung.- I. Externe und interne Aufgaben der Führung.- II. Auftrag zur Führung, Überwachung und Interessenvertretung.- 1. Der Führungsauftrag.- 2. Der Überwachungsauftrag.- 3. Der Auftrag zur Interessenvertretung.- III. Mögliche Integration der Aufgaben der Führungsspitze in Modelle der Spitzenverfassung.- 1. Das doppelstufige Vorstands-/Aufsichtsratsmodell.- 2. Das einstufige Board- oder Verwaltungsratsmodell.- C. Spitzenverfassung im doppelstufigen Vorstands-/Aufsichtsratsmodell deutscher Aktiengesellschaften.- I. Entwicklung der Spitzenverfassung deutscher Aktiengesellschaften.- 1. Die historische Entwicklung der Spitzenverfassung vor 1900.- 2. Die Entwicklung der Spitzenverfassung im 20. Jahrhundert.- 3. Das Recht der Aktiengesellschaft — Spiegelbild der Staatsorganisation?.- II. Die Überwachung deutscher Aktiengesellschaften durch den Aufsichtsrat.- 1. Aufgaben des Aufsichtsrats — Gesetzlicher Auftrag und faktische Stellung.- 1.1 Die Überwachungsaufgabe des Aufsichtsrats.- 1.1.1 Die personale Dimension der Überwachungsaufgabe.- 1.1.2 Die sachliche Dimension der Überwachungsaufgabe.- 1.1.2.1 Zustimmungsbedürftige Geschäfte.- 1.1.2.2 Zustimmung zur Unternehmungsplanung.- 1.1.2.3 Zustimmung zur Bilanzpolitik.- 1.1.3 Die formale Dimension der Überwachungsaufgabe.- 1.2 Die Erfüllung der Überwachungsaufgaben in Normal- und Krisensituationen.- 1.3 Aufgabenspiegel des Aufsichtsrats im Wandel.- 2. Verfahren und Strukturen der Aufsichtsrats-Arbeit.- 2.1 Verfahren der Aufsichtsrats-Arbeit.- 2.1.1 Frequenz und Dauer von Aufsichtsrats-Sitzungen.- 2.1.2 Anforderungen an die Mitglieder des Aufsichtsrats.- 2.2 Strukturen im Aufsichtsrat.- 2.2.1 Größe des Aufsichtsrats.- 2.2.2 Zusammensetzung des Aufsichtsrats.- 2.2.3 Ausschüsse/Präsidien im Aufsichtsrat.- III. Die Aufgabe der Interessenvertretung des Aufsichtsrats.- 1. Formen der Interessenvertretung.- 1.1 Dualistische Verpflichtung gegenüber Kapitalgebern und Arbeitnehmern.- 1.2 Institutionalistische Lösung des Interessenausgleichs.- 2. Die „Politisierung“ des Aufsichtsrats.- IV. Die Führung deutscher Aktiengesellschaften durch den Vorstand.- 1. Aufgaben des Vorstandes — Gesetzlicher Auftrag und faktische Stellung.- 1.1 Die personale Dimension.- 1.1.1 Der Vorstands-Vorsitzende/-Sprecher.- 1.1.2 „Engerer“ und „weiterer“ Vorstand.- 1.2 Die sachliche Dimension.- 1.2.1 Ressortierung im Vorstand.- 1.2.2 Anbindung der nächsten Führungsebene.- 2. Verfahren und Strukturen der Vorstands-Arbeit.- 2.1 Verfahren im Vorstand.- 2.1.1 Frequenz und Dauer der Vorstands-Sitzungen.- 2.1.2 Vorlagen an den Vorstand und Abstimmungsmodalitäten.- 2.2 Strukturen im Vorstand.- 2.2.1 Größe des Vorstandes.- 2.2.2 Zusammensetzung des Vorstandes.- 2.2.3 Ausschüsse des Vorstandes.- V. Die Integration von Aufsichtsrat und Vorstand.- 1. Arbeitsbeziehungen zwischen Aufsichtsrat und Vorstand.- 2. Machtgleichgewicht zwischen Aufsichtsrat und Vorstand.- 3. Sanktionspotentiale und Machteinschränkungen des Aufsichtsrats gegenüber dem Vorstand.- 4. Typologie des dualistischen Modells der Spitzenverfassung.- D. Spitzenverfassung im einstufigen Board-Modell amerikanischer Aktiengesellschaften.- I. Entwicklung der Spitzenverfassung amerikanischer Aktiengesellschaften.- 1. Die Entstehung rechtlicher Regelungen der Spitzenverfassung in den USA.- 1.1 Wandel der gesetzlichen Inkorporationsvorschriften.- 1.2 Die „Principles of Corporate Governance and Structure“ des American Law Institutes (ALI).- 1.2.1 Die Modellstruktur der ALI-Vorschläge.- 1.2.2 Kritik am ALI-Modell.- 2. Entwicklungstendenzen einstufiger Boards.- 2.1 Kritik an der Board-Praxis.- 2.2 Die „Corporate Accountability“-Diskussion.- 2.3 Der Einfluß der „Regulating Agencies“ und der New York Stock Exchange.- 2.4 Funktionen des Boards.- II. Die Überwachungsaufgabe des Boards.- 1. Die personale Dimension der Überwachung.- 1.1 Sicherung der Kontinuität durch Nachfolgeplanung für Spitzenführungskräfte.- 1.2 Institutionalisierung der personalen Dimension der Überwachung im Nominating Committee.- 2. Die sachliche Dimension der Überwachung.- 2.1 Formen der Überwachung in zeitlicher Perspektive.- 2.1.1 Die ex post-Überwachung.- 2.1.2 Die laufende Überwachung.- 2.1.3 Die ex ante-Überwachung.- 2.2 Institutionalisierung der sachlichen Dimension im Audit Committee.- 2.2.1 Die Entwicklung des Audit Committees.- 2.2.2 Die Aufgaben des Audit Committees.- 2.2.3 Beziehungen zwischen Audit Committee, externer Abschlußprüfung und interner Revision.- 3. Die formale Dimension der Überwachung.- III. Die Führungsaufgabe des Boards.- 1. Die personale Dimension der Führung.- 1.1 Die Aufgabenverteilung unter den Spitzenführungskräften.- 1.2 Typische Organisationsformen der Führung.- 1.2.1 Unipolare Organisationsformen.- 1.2.2 Multipolare Organisationsformen.- 1.3 Typische Arbeitsformen der Führung.- 1.3.1 Das „CEO-Prinzip“ als Ausdruck direktorialer Arbeitsformen.- 1.3.2 Das „Office-Konzept“ als Ausdruck kollegialer Arbeitsformen.- 2. Die sachliche Dimension der Führung.- 2.1 Eingrenzung der Führungsaufgabe des Boards.- 2.2 Die Mitwirkung an der strategischen Planung als Kern der Führungsaufgabe.- 2.3 Der Führungsauftrag des Boards in Krisensituationen.- IV. Die Aufgabe der Interessenvertretung des Boards.- 1. Formen der Interessenvertretung im Board.- 1.1 Monistische Verpflichtung gegenüber den Kapitalgebern.- 1.2 Reduktionistische Lösung des Interessenausgleichs.- 2. Arbeitnehmervertretung im Board.- V. Verfahren und Strukturen der Board-Arbeit.- 1. Verfahren im Board.- 1.1 Konstituierung des Boards.- 1.1.1 Wahl des Boards.- 1.1.2 Leistungsbeurteilung der Board-Mitglieder.- 1.1.3 Auswahl potentieller Board-Mitglieder.- 1.2 Frequenz und Dauer der Board-Sitzungen.- 1.3 Vorlagen und Abstimmungsmodalitäten.- 2. Strukturen im Board.- 2.1 Board-Größe.- 2.2 Zusammensetzung des Boards.- 2.2.1 Abgrenzung inside vs. outside Direktor.- 2.2.2 Aufteilung der Board-Mandate.- 2.3 Einflußfaktoren auf die Board-Struktur.- 2.3.1 Unternehmungsgröße.- 2.3.2 Branchenzugehörigkeit.- 2.3.3 Alter der Unternehmung.- VI. Die Integration von outside und inside Direktoren im Board.- 1. Die Insider als integrative Verbindung.- 1.1 Der Chief Executive Officer.- 1.2 Die Corporate Officers.- 2. Board Committees als integrative Verbindung.- 2.1 Bedeutung von Board Committees.- 2.2 Aufgaben von Board Committees.- 2.3 Formale Merkmale von Board Committees.- 2.4 Executive Committee als Sonderfall.- 3. Typologien für das monistische Modell der Spitzenverfassung.- 3.1 Statischer Ansatz von Vance.- 3.2 Dynamischer Ansatz von Boulton.- 3.3 Gleichgewicht zwischen Überwachung und Führung als typologisches Kriterium.- E. Die Spitzenverfassung im einstufigen Verwaltungsratsmodell schweizerischer Aktiengesellschaften.- I. Entwicklung der Spitzenverfassung schweizerischer Aktiengesellschaften.- 1. Die historische Entwicklung der Aktiengesellschaft.- 2. Tendenzen zur Rechtsvereinheitlichung nach 1850.- II. Die Überwachungs- und Führungsaufgabe schweizerischer Verwaltungsräte.- 1. Die Organe der Aktiengesellschaft nach schweizerischem Obligationenrecht.- 2. Die Überwachungsaufgabe des Verwaltungsrats.- 3. Die Führungsaufgabe des Verwaltungsrats.- 4. Aufgaben der Interessenvertretung des Verwaltungsrats.- 5. Aufgaben und Anforderungen an Verwaltungsräte in der schweizerischen Praxis.- III. Verfahren und Strukturen der Verwaltungsrats-Arbeit.- 1. Aufgabenverteilung und Beschlußfassung im Verwaltungsrat.- 1.1 Aufgaben des Verwaltungsrats gemäß Statuten und Reglementen.- 1.2 Delegation von Aufgaben des Verwaltungsrats.- 1.3 Stellung und Aufgaben des Delegierten.- 1.4 Beschlußfassung im Verwaltungsrat.- 2. Strukturtypen der Führung schweizerischer Aktiengesellschaften.- 2.1 Zentrale Führung durch den Verwaltungsrat.- 2.2 Dezentrale Führung durch den Verwaltungsrat.- 3. Aufgaben und Stellung des Verwaltungsrats heute und in der Zukunft.- F. Einsichten und Empfehlungen.- I. Konvergente Entwicklungen in den Spitzenverfassungen.- 1. Konvergenzüberlegungen im internationalen Vergleich.- 2. Deutlicher werdende konvergente Entwicklungen.- 2.1 Reformbestrebungen zur Stärkung der Stellung des Spitzenorgans.- 2.2 Verwässerter Unterschied zwischen Monismus und Dualismus.- 2.2.1 Dualistische Ausdifferenzierungen der Überwachung und Führung in amerikanischen Boards.- 2.2.2 Die Bedeutung der „Integrative Links“ wächst.- 2.2.3 Kollegiale Arbeitsformen gewinnen in der Führung amerikanischer Aktiengesellschaften an Bedeutung.- 2.2.4 Im deutschen Vorstand zeigt sich tendenziell eine Hinwendung zum Direktorialprinzip.- 2.2.5 Die Bedeutung der Interessenvertretung steigt im bundesdeutschen und im amerikanischen Modell der Spitzenverfassung.- II. Notwendige Verbindung von Führung und Überwachung als Kernaufgabe von Spitzenorganen der Aktiengesellschaft.- III. Ansätze zur Schließung der „Aufsichtslücke“ in Aktiengesellschaften.- 1. Unzulängliche ex post-Überwachung durch den Aufsichtsrat in Zeiten beschleunigten Wandels.- 2. Verbesserung der Zusammensetzung von Aufsichtsräten.- 3. Intensivierung der Aufsichtsrats-Arbeit.- 4. Veränderung der kontextualen und situationalen Rahmenbedingungen.- 5. Management Auditing als alternative Form der Überwachung?.- IV. Kollegiale Führung durch den Vorstand — „ultima ratio“ der Spitzenorganisation?.- V. Änderung der Spitzenorgane in Selbstorganisation der Wirtschaft zur Verbesserung der Spitzenverfassung statt neuer gesetzlicher Regelungen.

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